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Selbstdarstellung und Schönheitsideale

Selfies auf Instagram und Snapchat posten, sich in Videos auf YouTube präsentieren, Fotos von Freunden liken und sharen: Die Selbstdarstellung im Netz ist für Jugendliche nicht nur für die Anerkennung wichtig, sie dient auch der Identitätsbildung. Doch in der digitalen Welt wird die Wirklichkeit oftmals verzerrt und unvollständig dargestellt. Realitätsfremde Schönheitsideale, das vermeintlich perfekte Leben von Stars und Idolen und der Druck, viele Likes, Friends und Klicks erlangen zu müssen, können negative Auswirkungen auf den Selbstwert und das eigene Körperbild haben. Eine kritische Auseinandersetzung mit Web-Realitäten und ein gesundes Selbstwertgefühl sind essenziell. Eltern können diese Auseinandersetzung als Gesprächspartner fördern.

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80%
der 12-13-Jährigen Schweizer haben eine Mitgliedschaft bei Instagram (JAMES 2016)
61%
der 12- bis 19-Jährigen posten oder teilen Fotos in sozialen Netzwerken (JAMES 2016)
58%
der 13-16-Jährigen Jugendlichen finden sich zu dick oder zu dünn. (Studie Gesundheitsförderung Schweiz 2016)
 
 
 

Gut zu wissen

Was hat das Selbstwertgefühl mit Schönheitsidealen, Selfies und Photoshop zu tun? Erfahren Sie hier mehr darüber. 

 
 

Selfies – auf Instagram und Snapchat besonders begehrt

Soziale Medien wie Instagram oder Snapchat leben vor allem von Bildern, in denen sich die User von ihrer besten Seite präsentieren und ihrer Community Einblick in ihr Leben gewähren. Idealerweise soll alles positiv dargestellt werden: Beliebt und cool will man sein. Traurige Gefühle sind nicht gern gesehen. Selfies - also Schnappschüsse von sich selbst (entweder allein oder mit anderen) - sind dabei besonders in. Ob in den Ferien, zu Hause oder beim Shoppen mit Freunden - das Smartphone ist überall für ein Foto zur Hand.

Instagram und Snapchat sind inzwischen die beliebtesten Social-Media-Plattformen von Schweizer Jugendlichen.

Mädchen veröffentlichen signifikant häufiger Fotos oder Videos von sich (78 Prozent) als Jungen (70 Prozent). Im Schnitt haben Jugendliche auf Instagram 531 Kontakte, auf Snapchat 154. (JAMES-Studie 2016)

Auch Messenger wie WhatsApp und Threema werden von Jugendlichen oft genutzt, um Fotos und Videos zu sharen. 97 Prozent der Jugendlichen Handybesitzer nutzen täglich oder mehrmals pro Woche solche Apps im Einzelchat. 42 Prozent der 12- bis 13-Jährigen und 56 Prozent der 14- bis 15-Jährigen verschicken Fotos und Filme mit dem Handy.

 

Selfie ja, aber wie?

Das eigene Profilbild ist wie die Visitenkarte auf Social Media. Wer Aufmerksamkeit erlangen will, muss sich perfekt inszenieren. Vorher müssen grundlegende Entscheidungen gefällt werden. Diese wiederum unterliegen kulturellen und zwischenmenschlichen Einflüssen:

  • Zeige ich ein authentisches Bild von mir oder stelle ich mich so dar, wie ich gerne sein würde? Vielleicht wie mein Idol?
  • Manipuliere ich meine Bilder mit Fotobearbeitungsprogrammen, um mich zu verschönern oder stehe ich zu all meinen Makeln?
  • Gebe ich mich auf dem Foto so, wie es bei meinen Freunden am besten ankommt oder gemäss den Geschlechtsrollenstereotypen und dem gesellschaftlichen Schönheitsideal? Oder präsentiere ich mich so, dass es meine Persönlichkeit, meine Werte und meinen aktuellen Gemütszustand widerspiegelt?
  • Zeige ich mich immer glücklich und ohne negative Gefühle oder darf man mich ich auch mal unzufrieden und traurig sehen?
  • Wieviel Erotik und Haut zeige ich, um als attraktiv zu gelten, aber nicht als billig? Muss ich Angst haben, dass meine Bilder missbraucht werden oder dass ich belästigt, gestalkt oder gemobbt werde?
  • Wieviel Privatsphäre gebe ich preis mit dem Risiko, dass ich mich verletzbar mache?
 

Sexismus im Netz

Wie ein Selfie bewertet wird, hängt auch vom Geschlecht der postenden Person ab. Ein Selfie von einem Mädchen im Bikini wird eher mit «Schau diese Nutte» taxiert, während ein Junge mit nacktem Oberkörper vielmehr Lob und Bewunderung erntet. Die Ungleichbehandlung kann sogar so weit gehen, dass ein Mädchen, von dem ein sexualisiertes Bild ohne seine Zustimmung verbreitet wird, einen Shitstorm erntet - und nicht die Person, die das Foto veröffentlicht hat.

 
 

Privatsphäre ist nicht gleich Privatsphäre

Jugendliche haben ihre eigene Definition von Privatsphäre. Erwachsene trennen Beruf- und Privatleben, Jugendliche grenzen sich zu den Eltern und zur Erwachsenenwelt ab. Sie möchten selbst bestimmen, mit wem sie ihre Geheimnisse teilen. Zwar schätzen sie ihre eigene Privatsphäre als wichtig ein und machen auch die entsprechenden Profil-Einstellungen in den sozialen Medien. Was ihre Posts angeht, sind sie aber nicht immer gleich vorsichtig. Sie mögen es, zu provozieren, ihre Wirkung zu testen und Grenzen auszuloten. Zudem sind sie nicht immer kritisch, wenn es darum geht, Fremde als Freunde zu akzeptieren. Dieses «Privacy-Paradox» gehört zum Jugendalter dazu.

 

YouTube Stars – die Idole der Digital Natives

YouTuber sind die Stars der jungen Internetgeneration. Sie sind Idole und gleichzeitig Vorbild vieler Heranwachsenden. Mit ihren Videos erreichen sie dank riesiger Fangemeinschaften Klickzahlen bis in Millionenhöhe und verdienen kein schlechtes Geld.

Drei Viertel der Schweizer Jugendlichen haben mindestens einen Lieblings-YouTuber. Je nach Sprachregion sind dies andere, meist aus dem angrenzenden Ausland. Die Favoriten der Mädchen sind in der Regel YouTuberinnen aus den Kategorien «How to & Styles» sowie «Comedy». Bei den Jungs sind es Stars aus den Kategorien «Entertainment» und «Comedy». 12- bis 13-Jährige mögen auch YouTuber aus dem Genre «Games», die sogenannte Let's Play-Videos posten. (JAMES-Studie 2016)

Die JAMES-Studie spricht zudem von einem «Trend zur YouTubisierung» bei den Schweizer Medien im Jugendbereich. «Youngbulanz», «Zwei am Morge» und «Tama Gotcha!» sind Kanäle, die SRF gemeinsam mit YouTubern bespielt.

Firmen nutzen YouTuber als Plattform zur Platzierung ihrer Produkte - sei es, indem jene Kleidungsstücke oder Accessoires von Sponsoren tragen, Produkte ausprobieren und weiterempfehlen oder Video-Spiele kommentieren. Solche Werbedeals sind für Unternehmen ein attraktives Geschäft, denn sie steuern das Konsumverhalten von Kindern und Jugendlichen. Es geht aber nicht nur um Produkte, sondern auch um Werte: So vermitteln YouTube-Stars Rollenbilder und Schönheitsideale, die es kritisch zu betrachten gilt. Erwachsene tun gut daran, mit ihren Kindern über die wirtschaftlichen Interessen und Gewinne zu sprechen, die hinter deren Internetidolen stehen.

 

Wie Medien die Kommunikation und Identität von Jugendlichen beeinflussen

Die digitale Lebenskultur und der immer schnellere gesellschaftliche Wandel prägen Jugendliche in ihrer Entwicklung. Was früher Familie oder Schule waren, übernehmen heute immer mehr Medien und soziale Netzwerke:

Sie bieten Orientierungsmöglichkeiten und beeinflussen, wie Jugendliche denken und handeln, wie sie sein möchten und wie sie ihr Leben gestalten wollen. Nicht mehr Erwachsene in ihrem Umfeld sind ihre wichtigsten Vorbilder, sondern Freunde, Stars und Idole.

Fragen wie «Wer bin ich?» und «Wer will ich sein?» begleiten Heranwachsende während der Adoleszenz. Medien sind dabei doppelt prägend: Sie vermitteln einerseits mit ihren Inhalten (Schein-)Realitäten, Werte und Rollenbilder. Andererseits stellen sie - gerade durch soziale Netzwerke - eine Plattform dar, um sich auszuprobieren. Jugendliche können verschiedene Identitäten testen und sehen, wie sie damit auf andere wirken. Wie viele Likes erhalte ich für mein neues Foto? Was für Kommentare werden wohl zu dem Video gepostet, wenn ich es mit meinen Freunden share? So entstehen verschiedene Identitätsfacetten, die sich permanent neu zusammensetzen und weiterentwickeln. «ch poste - also bin ich» bedeutet, dass das Gefühl für das eigene Selbst und die Entwicklung von Werten im Austausch in der digitalen Welt entstehen.

Damit sind jedoch auch Risiken verbunden, etwa wenn ein gepostetes Selfie boshafte und beleidigende Reaktionen auslöst. Bei mangelnden Beziehungen in der «realen» Welt besteht zudem die Gefahr, sich in den Medien zu verlieren. Oder Jugendliche schaffen es nicht, ein für sich stimmiges, gesundes Selbstbild zu entwickeln. Es kann über die Mediennutzung zu einer narzisstischen Selbstverliebtheit in das eigene Abbild kommen oder aber problematische Vorbilder (z. B. Pro-Ana-Bewegung) werden übernommen. → Magersucht

 

Schaden Soziale Medien dem Selbstbild?

Studien zufolge haben es hübsche Menschen leichter im Leben. Sie sind privat und beruflich erfolgreicher und erhalten mehr Aufmerksamkeit. Kein Wunder, wollen auch Jugendliche schön sein. Und dies gilt längst nicht nur für Frauen: Männer folgen genauso dem Schönheitsideal, da ihr Aussehen gesellschaftlich inzwischen ebenfalls wichtig geworden ist. Im Gegensatz zu den Frauen, bei denen es vor allem darum geht, begehrenswert zu sein, sind bei den jungen Männern Fitness und Gesundheit die primäre Motivation: Sie wollen sich gut fühlen.

Besonders problematisch ist jedoch, dass die Werbeindustrie ihre Fotos und Anzeigen stark manipuliert und damit ein für Jugendliche unerreichbares, beschönigtes Idealbild kreiert: Makellose Haut, glänzendes Haar, perfektionierte Silhouetten, volle Lippen bei Frauen; pralle Muskeln, ebenmässiger Bart, reine Haut und vorstehende Wangenknochen bei Männern. Alles per Photoshop machbar.

Auch in den Sozialen Medien finden sich viele retuschierte Fotos - nicht nur in Werbeanzeigen, sondern auch in den Profilen von Heranwachsenden - etwa auf Instagram. Solche verzerrten Medienwirklichkeiten haben einen negativen Einfluss auf das Körperbild von Heranwachsenden, insbesondere von jungen Mädchen, die aufgrund der Pubertät ihren eigenen Körper ohnehin übermässig kritisch beurteilten. Sich in sozialen Medien zu tummeln kann deshalb dazu führen, dass sich Jugendliche hässlich fühlen, dass ihnen ihr Leben langweilig erscheint und damit ihr Selbstwert sinkt. In schweren Fällen kann dies Depression, Suizidalität oder Angst auslösen. In einer Deutschen Studie beispielsweise wurden bei jedem dritten Jugendlichen mit einer ungesunden Social-Media-Nutzung Symptome einer Depression festgestellt (DAK 2018). Allerdings wird auch darauf hingewiesen, dass sich psychisch labile Jugendliche eventuell vermehrt in sozialen Netzwerken aufhalten, damit sie sich nicht alleine und isoliert fühlen. Der Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung ist darum nicht ganz klar. Einig sind sich verschiedene Untersuchungen jedoch darin, dass eine verstärkende und damit gesundheitlich gefährdende Wechselwirkung besteht.

Eine in 15 Ländern durchgeführte Studie zeigte zudem, dass gesellschaftlich geprägte Geschlechterstereotypen (wie z.B. Passivität und Schwäche bei Frauen und Stärke und Unabhängigkeit bei den Männern) bereits bei 10-Jährigen verinnerlicht sind - und ein Risiko für Depression, Suizid oder Gewalt bei Jugendlichen darstellen. (Global Early Adolescent Study 2017)

 

Magersucht – Pro Ana Seiten

Essstörungen wie Magersucht und Bulimie gehören mittlerweile zu den häufigsten Störungen im Jugendalter. Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist dabei das von den Medien und der Modewelt geprägte Schönheitsideal. Denn es führt dazu, dass Jugendliche durch den Vergleich mit Schönheitsköniginnen, Stars und Models (mit einem Body-Mass-Index von weniger als 20) unzufrieden sind mit dem eigenen Körper. So kann der Traum vom makellosen Körper zum Albtraum werden. Selbst Mädchen mit einem normalen BMI zwischen 20 und 24 fühlen sich zu dick. Hinzu kommt das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und Anerkennung. Erfolg und gesellschaftlicher Aufstieg werden mit einem perfekten Aussehen verbunden – die Stars sind schliesslich schlank, schön und künstlich junggeblieben. 

Im Internet werden Essstörungen auf bestimmten Seiten als Lifestyle verherrlicht: Pro-Ana steht dabei für Anorexia Nervosa (Magersucht), Pro-Mia für Bulimia Nervosa (Ess-Brech-Sucht). Auf diesen Webseiten tauschen sich Betroffene mit Diättipps aus, spornen sich gegenseitig zum Weitermachen an und posten Fotos von extrem dünnen jungen Frauen, die als Vorbilder dienen (Thinspiration von englisch «thin» = dünn). Auch soziale Netzwerke wie Instagram oder Tumblr, Videoplattformen wie YouTube und Messenger-Dienste wie WhatsApp werden genutzt, um sich auszutauschen und Inspirationen zu holen. So entsteht ein gefährliches Community- und Zugehörigkeitsgefühl, das die Betroffenen davon abhalten kann, Hilfe zu suchen. Erkennbar sind solche Webseiten z. B. daran: Die Essstörung wird als «einzig wahre Freundin» dargestellt, Glaubensbekenntnisse und Verhaltensregeln werden aufgeführt, Tipps zum Abnehmen, Durchhalten und Geheimhalten gegeben, Vorbild-Fotos werden geteilt und Wettbewerbe veranstaltet. Zudem ist der Zugang zu den Foren meist nur mit Passwort möglich. 
Auch selbstverletzendes Verhalten von Jugendlichen wie Ritzen erhält durch die Möglichkeit der Präsentation und Verbreitung über die digitalen Medien eine neue Dimension. Die Verletzungen werden thematisiert und – z. T. anonym oder unter einem Pseudonym – visuell dargestellt und veröffentlicht, als Zeichnungen, Collagen, Fotos oder Videos. In Social-Media-Kanälen finden solche Posts oft zahlreiche Follower, seien es selbst Betroffene oder Schaulustige. Sich selbst verletzende Jugendliche erhalten so Aufmerksamkeit und fühlen sich in dem Moment in ihrem Selbstwert gestärkt, was auch ihr Verhalten verstärkt.

 
 
 

Was sollte mein Kind beachten?

 
 

Sich nicht von Bildern in den Medien beeinflussen lassen

  • Bilder im Netz bilden nicht immer die Wirklichkeit ab. Sie sind oft bearbeitet und eine Auswahl der schönsten und besten Seiten/Momente.
  • Das sollte man sich in Erinnerung rufen, vor allem wenn man ein besonders tolles Foto oder Video sieht, auf das man vielleicht sogar neidisch ist.
 

Sich authentisch zeigen

  • Sich selbst auszuprobieren und zu inszenieren macht Spass. Trotzdem sollte man sich fragen: Bin das wirklich ich? Passt es zu mir? Wie möchte ich auf andere wirken?
  • Auch eine andere Perspektive einzunehmen kann helfen: Was denken meine Freunde, meine Familie oder andere, wenn sie meine Bilder sehen? Was würde ich sagen, wenn meine kleine Schwester oder mein kleiner Bruder ein solches Foto posten würde?
  • Profilbilder und Selfies spiegeln auch immer ein bestimmtes «Weltbild» und geben häufig traditionelle Geschlechtsrollen unreflektiert weiter. Auch hier sollte man sich fragen: Will ich wirklich so wahrgenommen werden?
  • Seinen eigenen, authentischen Stil zu finden, macht ebenso Spass.
 

Sich selbst und die eigene Privatsphäre schützen

  • Wer unreflektiert und ohne die nötige Vorsicht Fotos oder Videos von sich ins Netz stellt, kann zum Opfer von Stalking (wenn einem jemand beharrlich nachstellt), Hassreden oder Cybermobbing werden.
  • Wer sein ganzes Leben zur Schau stellt, verliert seine Privatsphäre und riskiert, dass persönliche Daten missbraucht werden.
  • Von Zeit zu Zeit sollte man das eigene Profil ausmisten und Inhalte löschen, die peinlich werden oder Anlass für unangenehme Reaktionen geben könnten. Dabei aber immer daran denken: Inhalte im Netz sind oft nur schwer definitiv zu löschen. Deshalb ist es immer besser, im Voraus zu überlegen, ob ein Bild wirklich gepostet werden soll.
 

Sich jemandem anvertrauen

  • Der soziale Vergleich im Internet und das ständige Betrachten von scheinbar perfekten Medienwelten kann zu Selbstwertproblemen und damit zu Essstörungen, Depressionen, Suizidgedanken bis hin zu Suizid führen.
  • Wer solche Gedanken hat, sollte sich unbedingt an eine Vertrauensperson wenden oder (anonyme) Hilfe holen. → weitere nützliche Infos
 

Achtung

Bilder im Netz sind oft inszeniert und geschönt.

 
 

Was können Eltern tun?

Allgemein ist es wichtig, Jugendliche bei ihrer Suche nach Anerkennung, Selbstabbildung und befriedigenden Beziehungen in den sozialen Netzwerken zu begleiten.

 
 

Selbstdarstellung reflektieren und Selbstwert stärken

  • Regen Sie Ihr Kind zum Nachdenken an: Wie will es sich im Netz präsentieren? Was will es mit den Fotos bewirken?
  • Erklären Sie, dass nicht nur das Äussere, sondern auch Ausstrahlung, Humor, Charme und gemeinsame Interessen jemanden attraktiv für andere machen. Authentisch sein ist auf jeden Fall besser als Künstlichkeit.
  • Besprechen Sie mit Ihrem Kind, wodurch es sich von anderen unterscheidet, was seine Qualitäten sind, wo es Talente hat. So stärken Sie sein Selbstbewusstsein.
  • Fragen Sie Ihr Kind, mit welchen Internet-Stars es sich identifiziert und welche Schönheitsideale es hat.
  • Ermuntern Sie Ihr Kind, sich mit Menschen aus dem unmittelbaren Umfeld zu vergleichen und nicht mit inszenierten Profilen, die ein perfektes Leben vorgaukeln.
  • Machen Sie Ihrem Kind bewusst, dass auch Schwächen oder weniger perfekte Seiten zum Leben gehören.
  • Teilen Sie Ihrem Kind mit, dass es sich an eine Vertrauensperson wenden soll, wenn es Selbstzweifel hat, das Gefühl, zu dick oder hässlich zu sein oder dass andere alles besser können.
 

Sensibilisieren und kritisches Denken fördern

  • Reden Sie mit Ihrem Kind über Geschlechtsrollenstereotype (z. B. hübsche, zerbrechliche, sexy Mädchen; starke, kontrollierte, aktive Jungs), weshalb sich diese in Profilfotos so stark zeigen und wie diese geändert werden können (z. B. Jungs zeigen ihre zarte Seite, Mädchen zeigen sich selbstbewusst und unabhängig).
  • Nicht alles für bare Münze nehmen: Erklären Sie dem Kind, dass nicht alles, was im Netz veröffentlicht wird, wahr ist, und viele Inhalte retuschiert sind.
  • Schärfen Sie sein Bewusstsein, dass es Medieninhalten mit einem gewissen Abstand begegnet und kritisch hinterfragt.
  • Erklären Sie ihm, worauf bei einem Selfie geachtet werden muss und dass es auf peinliche oder erotische Selbstaufnahmen verzichten sollte
  • Machen Sie Ihrem Kind bewusst, dass jedes Bild zigfach kopiert, bearbeitet oder weiterverbreitet und nicht mehr entfernt werden kann. Also: Privatsphäre schützen!
  • Erinnern Sie daran, dass das Profilbild immer öffentlich, also für jedermann (auch Menschen, die nicht in der Freundesliste sind) sichtbar ist.
  • Klären Sie Ihr Kind über Risiken wie Selbstzweifel, Abhängigkeit von Likes, Stalking, Mobbing oder Missbrauch persönlicher Daten auf.
 
 
 

Weitere nützliche Infos