Navigation mit Access Keys

Digitale Medien

Smartphones & Tablets – im Alltag allgegenwärtig

Wer Kinder hat, weiss: Die Faszination für mobile Medien beginnt früh. Und bald stehen die Fragen im Raum, ab wann welche Angebote sinnvoll sind, in welchem Alter der Wunsch nach einem eigenen Smartphone erfüllt werden soll und wie Kinder und Jugendliche vor digitalen Risiken geschützt werden können. Verantwortungsvoll genutzt, bringen Smartphones und Tablets vielfältige Möglichkeiten.

{$TEXT.titleCol}

 
 
99%
der Schweizer Jugendlichen besitzen ein Handy (JAMES 2016)
25%
der 6-/7-Jährigen haben ein eigenes Tablet. (MIKE 2017)
120
Minuten sind Jugendliche täglich mit dem Smartphone beschäftigt (JAMES 2016)
 
 
 

Gut zu wissen

 
 

Mobile Geräte – Siegeszug geht weiter

Es gibt heute kaum mehr Jugendliche in der Schweiz, die kein eigenes Handy besitzen. 98 Prozent haben ein Smartphone - das gilt für alle Altersstufen zwischen 12 und 19 Jahren. Hinzu kommt ein weiteres Prozent mit einem «normalen» Mobiltelefon. Und immer mehr Eltern kaufen schon jüngeren Kindern ein Handy. Unter den 6- bis 9-Jährigen gaben 2017 in einer Umfrage rund ein Viertel an, bereits über ein eigenes Gerät zu verfügen. Bei den 10-/11-Jährigen waren es fast zwei Drittel.

Genauso werden Tablets immer beliebter. Zwar ist der Eigenbesitz deutlich geringer als beim Handy; aber bei 85 Prozent der 6- bis 12-Jährigen steht zumindest in der Familie eines zur Verfügung. Bei Unterstufenkindern ist das Tablet noch beliebter als das Handy.

 

Smartphone – eines für alles

Kommunikation, Information, Unterhaltung - Smartphones sind vor allem wegen ihrer Multifunktionalität beliebt. Sie sind alles in einem: Computer, Fotokamera, Radio, Wecker, Spielkonsole etc. Die eigentliche Ursprungsfunktion, das Telefonieren, tritt da schon fast in den Hintergrund. Jugendliche nutzen Smartphones am meisten, um über Messenger-Dienste zu kommunizieren, als Uhr-Ersatz, um im Internet zu surfen, Musik zu hören, sich in sozialen Netzwerken auszutauschen (Soziale Medien) oder Videos anzuschauen. Entsprechend gehören WhatsApp, Instagram, Snapchat und YouTube zu den beliebtesten Apps.

Je nach Alter steigen die monatlichen Kosten fürs Mobiltelefon: Bei 12-/13-Jährigen liegt die durchschnittliche Handyrechnung bei 24 Franken, bei 18-/19-Jährigen ist sie mit 51 Franken doppelt so hoch → Tipps für Eltern «Wie vermeiden wir hohe Kosten?»

 
 

Wirklich wahr? Vorurteile und was davon zu halten ist

 
 

Kinder und Jugendliche sind in ihrer Freizeit nur noch mit Handy und Tablet beschäftigt

Keine Frage: Heranwachsende vertreiben sich gern die Zeit mit mobilen Medien. Genauso wichtig sind ihnen aber andere Aktivitäten. 6- bis 13-Jährige nennen als liebste Freizeitbeschäftigungen Spielen, Freunde treffen und Sport. Auch etwas ältere Jugendliche treffen sich hauptsächlich gern mit ihren Freunden, sind sportlich aktiv oder geniessen es, einfach mal nichts zu tun. Das Handy wird durchschnittlich 2 Stunden pro Tag genutzt. An Wochenenden können es auch mal bis zu 3 Stunden sein.

In einer deutschen Studie zeigen sich Jugendliche erstmals auch kritisch, was den Umgang mit Smartphones angeht: Bei Partys oder in anderen sozialen Settings sind Dauertippen und ständiges Aufs-Display-Starren nicht gern gesehen und werden von den Befragten schon mal als uncool bezeichnet. 2015 wurde der Begriff «Smombie» zum Jugendwort des Jahres gekürt. Die Wortschöpfung setzt sich aus «Smartphone» und «Zombie» zusammen und steht für Menschen, die ständig auf ihr Handy starren und nicht mehr mitbekommen, was um sie herum vorgeht.

 

Wenn mein Kind erst mal ein Smartphone hat, habe ich kaum mehr Einfluss darauf, was es damit macht.

Gerade bei mobilen Medien ist diese elterliche Sorge gross. Je älter die Kinder werden und je öfter sie auch mit anderen in Kontakt kommen, desto schwieriger wird die Kontrolle darüber, wie die Medien genutzt und welche Inhalte konsumiert, produziert und verbreitet werden. Entsprechend wichtig ist ein intaktes Vertrauensverhältnis, damit Ihre Kinder bei Unsicherheiten auf Sie zukommen, sowie ein Bewusstsein für den Umgang mit Risiken. Zudem können Smartphones gerade für Jüngere kindgerecht eingerichtet werden. → Tipps für Eltern «Wie kann ich vorsorgen, damit mein Kind bestmöglich geschützt ist?»

 

Die Nutzung mobiler Medien hat schädliche Auswirkungen auf die Entwicklung meines Kindes

Hyperaktivität, Schlaf-, Konzentrations- oder Sprachentwicklungsstörungen, Haltungsschäden im Nacken- und Schulterbereich, Übergewicht oder schädigende Einflüsse der Handystrahlen: Die Frage, ob Smartphones und andere digitale Medien gesundheitliche Beeinträchtigungen zur Folge haben, wird oft diskutiert. Eindeutige wissenschaftliche Erkenntnisse gibt es dazu allerdings (noch) nicht, was die Unsicherheit nur vergrössert. Wichtig ist deshalb umso mehr, Kinder und Jugendliche zu begleiten, ihr Verhalten zu beobachten, um Veränderungen wahrzunehmen, und klare Regeln zu vereinbaren. → Tipps für Eltern «Welche Regeln machen Sinn?»

 

Wichtig

Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind Regeln - auch für handyfreie Zeiten.

 
 

Chancen & Risiken

 

Chancen

 
  • Multifunktionalität: Die Beliebtheit von Smartphones und Tablets kommt nicht von ungefähr. Es ist schlichtweg praktisch, mit einem Gerät die verschiedensten Dinge erledigen zu können.
  • Überall vernetzt und flexibel: Sich in einer fremden Stadt orientieren, Busverbindungen finden, sich kurzfristig verabreden oder unabhängig von Zeit und Ort Kontakte pflegen oder E-Mails checken - der mobile Internetzugang vereinfacht unser Leben.
  • Organisatorischer Helfer: Smartphones erleichtern die Planung des Familienalltags und den gegenseitigen Austausch. Eltern sind beruhigter, wenn sie wissen, dass ihr Kind überall erreichbar ist. Aber auch Jugendliche fühlen sich sicherer, wenn sie mit einem Smartphone unterwegs sind.
  • Zugehörigkeitsfühl: Der Wunsch, sich mit anderen verbunden zu fühlen, gehört zu den menschlichen Grundbedürfnissen. Das Mobiltelefon ist unter Kindern und Jugendlichen Teil dieser Zugehörigkeit: Es ist modisches Accessoire und Statussymbol. Und es ist zentral für die Kommunikation und den Austausch im Freundeskreis, sei es mit Einzelnen oder mit Gruppen.
  • Unterhalten - und lernen: Spiele-Apps oder heruntergeladene Filme bieten kurzweilige Unterhaltung auf langen Zug- oder Autofahrten. Daneben gibt es zahlreiche Lern- und Wissensapps, die bei Hausaufgaben helfen und dazu einladen, Neues zu entdecken. Und auftauchende Fragen können dank Online-Zugang jederzeit direkt beantwortet werden. → Recherchieren und Lernen
 

Risken

 
  • Kostenfallen: Vorsicht ist insbesondere bei Apps geboten, etwa beim Anklicken von Werbung oder bei sogenannten In-App-Käufen. Das heisst, dass gewisse Zusatzfunktionen gegen Bezahlung freigeschaltet werden müssen oder bei Spielen nur die ersten Levels gratis sind. Auch Downloads können teuer werden, u.a. durch aktivierte Push-Funktionen, wenn durch automatisch aktualisierte Inhalte wie Facebook-Meldungen, E-Mails, Wetter etc. teure Datenverbindungen aufgebaut werden. Neben unterschiedlichen Tarifen sind zudem Roaminggebühren im Ausland zu beachten. → Tipps für Eltern «Wie vermeiden wir hohe Kosten?»
  • Unangebracht, ungewollt, verboten: Die Allgegenwärtigkeit von Smartphones führt zu verschiedenen negativen Phänomenen, für die es Kinder und Jugendliche zu sensibilisieren gilt: → Sexting, Cybermobbing.
  • Über Bluetooth oder E-Mail können unbeabsichtigt Inhalte empfangen werden, die problematisch oder nicht altersgerecht sind. → Sexualität & Pornografie,Gewaltinhalte
  • Und wer Musik oder Filme uploadet, die urheberrechtlich geschützt sind, macht sich strafbar. → Einkaufen & Downloaden
  • Sicherheit: Der Schutz der eigenen Daten, etwa vor Diebstahl, Viren und Malware - das Thema Sicherheit umfasst verschiedene Aspekte. Kinder und Jugendliche sollten dafür früh ein Bewusstsein entwickeln. → Tipps für Eltern «Wie kann ich vorsorgen, damit mein Kind bestmöglich geschützt ist?», Sicherheit & Datenschutz
  • Exzessive Nutzung: Angesichts des grossen Stellenwerts, den gerade Smartphones inzwischen einnehmen, drängt sich bei vielen Eltern die Frage auf: «Ist mein Kind handysüchtig?». Die Angst, ohne Mobiltelefon nicht mehr erreichbar und nicht up to date zu sein, wird als «Nomophobie» (aus dem Englischen «No-Mobile-Phone-Phobia») bezeichnet. → Onlinesucht
  • Umgekehrt kann auch die vermeintliche Erwartung, permanent erreichbar und rasch auf Nachrichten antworten zu müssen, mit ein Stressfaktor sein.
  • Gesundheitliche Risiken: Auch wenn weitere (und insbesondere Langzeit-)Untersuchungen zu diesem Thema nötig sind, ist ein massvoller Umgang mit Smartphones und Tablets angezeigt. Ärzte warnen etwa vor Haltungsschäden, da der gesenkte Kopf und der gekrümmte Rücken zu Muskelverhärtungen führen können. Die elektromagnetischen Strahlen können die Hirnaktivitäten beeinflussen und zu Schlaf- und Konzentrationsstörungen führen. → Tipps für Eltern «Welche Regeln sind sinnvoll?»
 
 

Tipps für Eltern

 
 

Ist mein Kind alt genug für ein Smartphone?

Die Meinungen zur Altersfrage gehen auseinander. Gewisse Fachpersonen raten, Kindern erst ab 12 Jahren ein internetfähiges Smartphone zu geben. Die Realität sieht aber oft anders aus. Wichtig ist zu klären, welche Bedürfnisse da sind und welche Funktionen gebraucht werden. Geht es nur um die Erreichbarkeit und darum, dass Ihr Kind Sie kontaktieren kann, dann reicht ein gewöhnliches Mobiltelefon, das nicht mit dem Internet verbunden ist.

Schwierig kann es sein, wenn die Schulkameraden ein Smartphone haben und Kinder mit einem gewöhnlichen Handy ausgelacht werden. Stärken Sie das Selbstvertrauen Ihres Kindes, sodass es sich nicht als Opfer dieses Gruppendrucks fühlt.

Generell sollten Kinder erst ein Smartphone erhalten, wenn sie reif genug dafür sind. Dazu gehört zu verstehen, welche Risiken mit der Nutzung verbunden sind, was erlaubt und was verboten ist bzw. welche rechtlichen Aspekte zu beachten sind (z. B. Recht am eigenen Bild, Urheberrecht), aber auch zu wissen, wann und wo man Hilfe holen kann. Checklisten können bei der Entscheidung helfen → Weitere nützliche Infos «Entscheidungshilfen - Ein Handy für mein Kind?»

Informieren Sie sich zudem über altersgerechte Apps und testen Sie sie gemeinsam mit Ihrem Kind aus. → Weitere nützliche Infos «Altersgerechte Apps», Medienerziehung > Eltern & Familie

 

Welche Regeln machen Sinn?

Achten Sie auf klare Vereinbarungen: Wie lange, wann und wo darf das Handy genutzt werden? Wer zahlt was? Beteiligt sich Ihr Kind grundsätzlich an den Kosten oder erst, wenn sie den festgelegten Betrag übersteigen? Welche Apps dürfen verwendet werden und was ist, wenn Ihr Kind eine neue App downloaden möchte?

Auch Smartphone-freie Zeiten und Situationen, in denen das Handy ausgeschaltet wird, können festgelegt werden. Zum Schutz vor möglichen gesundheitlichen Risiken durch Strahlung empfiehlt es sich beispielsweise, mobile Geräte über Nacht nicht im Kinderzimmer zu lassen, sie auszuschalten oder zumindest den Flugmodus zu aktivieren.

Legen Sie die Regeln gemeinsam mit Ihrem Kind fest und passen Sie sie laufend an, damit sie altersgerecht bleiben. Sie können die Vereinbarungen auch in einem Vertrag festhalten. → Weitere nützliche Infos «Smartphone-Regeln für verschiedene Altersstufen», Weitere nützliche Infos «Vertragsvorlage»

 

Wie vermeiden wir hohe Kosten?

Prepaid-Karten helfen, die Kosten zu kontrollieren. Vereinbaren Sie mit dem Kind, wie es mit kostenpflichtigen Diensten umgehen soll (Musik- und Videodownload oder Surfen im Internet). Je nach Nutzungsverhalten eignen sich auch Flatrates. Dabei sind jedoch die Kosten zu beachten, nachdem das freie Telefon- oder Datenvolumen aufgebraucht ist. Bei Angebotspaketen, wenn also das Mobiltelefon mit einem monatlichen Abo verkauft wird, lohnt es sich zu prüfen, ob es letztlich nicht doch günstiger ist, das Handy direkt zu kaufen.

Um Kostenfallen bei Apps zu vermeiden, sollten In-App-Käufe deaktiviert werden.

Und damit die Ferien nicht zur teuren Überraschung werden, sollten folgende Funktionen ausgeschaltet werden: Das Daten-Roaming, weil das Handy sonst unbemerkt auf das Internet zugreift. Die Combox, weil darauf umgeleitete Anrufe gleich drei Mal kosten (für die Verbindung über das fremde Netz, die Umleitung auf die Combox und das Abhören der Nachricht). Zudem bezahlt man im Ausland auch für eingehende Anrufe; allenfalls lohnt es sich also, eine ausländische Prepaid-Karte zu verwenden. Und wer mit dem Smartphone oder Tablet im Ausland surfen möchte, sollte öffentliche Netze (Wi-Fi) verwenden, um Kosten zu sparen.

 

Wie lernt mein Kind einen verantwortungsvollen Umgang mit Smartphone und Tablet?

Klären Sie es über Risiken auf und besprechen Sie, wie es sich davor schützen kann. Ermuntern Sie es, bei beunruhigenden Inhalten, wenn es verunsichert ist oder belästigt wird, sich an Sie oder eine andere erwachsene Vertrauensperson zu wenden. Um das Vertrauensverhältnis nicht zu gefährden, sollten Sie heimliche Kontrollen oder drohende Verbote vermeiden.

Sprechen Sie auch Themen wie Urheber- und Persönlichkeitsrechte sowie Datenschutz an. Machen Sie klar, dass man sich mit bestimmtem Verhalten, z.B. illegalem Musikupload, strafbar macht. → Einkaufen & Downloaden, Sicherheit & Datenschutz

 

Wie kann ich vorsorgen, damit mein Kind bestmöglich geschützt ist?

Schauen Sie sich die Kinderschutz- und Sicherheitseinstellungen → Sicherheit & Datenschutz des Mobiltelefons (z.B. Entsperrungscode setzen) an und aktivieren Sie beispielsweise Virenscanner. Zahlencodes und Passwörter schützen vor fremdem Zugriff und spezielle Kinderschutz-Apps → Weitere nützliche Infos «Kinderschutz-Apps im Test» blockieren ungeeignete Internet-Inhalte. Installieren Sie keine unbekannten Apps bzw. keine Apps aus unsicheren Quellen. Informieren Sie sich im App-Store bzw. Google Play Store vor dem Download über die App und testen Sie neue Apps selber, bevor Ihr Kind sie nutzt.

Sprechen Sie mit Ihrem Kind über nicht jugendfreie Inhalte bzw. Seiten (Pornografie, Gewaltdarstellungen, Glücksspielseiten), verbotene Inhalte (z.B. Kinderpornografie, grausame Gewalt) und verbotene Handlungen. Auch wenn diese auf dem eigenen Gerät gesperrt oder unterdrückt sind, könnte es bei Freunden Zugang zu solchen Inhalten bekommen. → Weitere nützliche Infos «Checkliste: Smartphones und Tablets sicher in Kinderhand»,  Weitere nützliche Infos «App-Ratgeber für Jugendliche»

 

Wie können wir Smartphones und Tablets auch kreativ nutzen?

Informieren Sie sich über spannende Lern- und Wissensapps, Hausaufgaben-Hilfen oder Tutorials. Realisieren Sie gemeinsam eine Fotostory, bestimmen Sie auf dem nächsten Familienausflug gemeinsam Pflanzen, Tiere oder Berggipfel und unternehmen Sie eine «digitale Schnitzeljagd» mit Geocaching. → Recherchieren & Lernen

 

Wie kann ich selber ein gutes Vorbild sein?

Ob bewusst oder unbewusst - als Eltern beeinflussen Sie das Verhalten Ihres Kindes. Das gilt auch für den Umgang mit Medien. Achten Sie deshalb besonders darauf, was für einen Stellenwert das Handy in Ihrem Alltag hat, wozu Sie es nutzen und wann Sie auch mal darauf verzichten können. Reflektieren Sie Ihre eigenen Nutzungsgewohnheiten, Ihren Umgang mit Datenschutz, Sicherheit und dem Austausch von Inhalten.

Und wenn Sie rausfinden möchten, welchen Mediennutzungstyp Sie sind, machen Sie den Online-Test. → Weitere nützliche Infos «Online-Test für Eltern - Medienverhalten»

 
 
 

Weitere nützliche Infos

 
 
 
 
 
 
 
 

Finden Sie weitere Angebote zum Thema Handy