Tipps für Eltern

Wertvolle Tipps, wie Eltern ihre Kinder im Netz begleiten können, finden Sie auch hier:

 
 
 

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Medienerziehung im Primarschulalter

Die 10-jährige Ella besitzt einen CD-Spieler auf dem sie Hörspiele und Musik hört, einen alten MP3-Player ohne Internetverbindung mit ihrer Lieblingsmusik für unterwegs und einen Radiowecker. Ein eigenes Handy der alten Generation besitzt sie zwar, stellt es aber nur an, wenn sie ihren Eltern mitteilen will, dass sie sich verspätet. Sie hat kontrollierten Zugriff auf einen Fernseher; besonders interessiert sie sich für Tiersendungen und für Casting-Shows wie «The Voice of Switzerland». Diese verfolgt sie zusammen mit ihren Eltern. Einen eigenen Computer besitzt Ella nicht, aber ein eigenes Profil auf dem Familiencomputer. Für die Schule arbeitet sie mit Dropbox, Word und Powerpoint. Sie besitzt ein eigenes E-Mail-Konto und mailt regelmässig mit ihren Schulkollegen. Für Recherchen kennt sie die gängigen Kindersuchmaschinen verwendet aber trotzdem meistens Google, wie ihre Kolleginnen. Auf dem Tablet ihrer Mutter spielt sie unter einem Fantasienamen gern Minecraft oder löst Sudokus. Sie darf sich auch Musikvideos auf Youtube ansehen. Ganz stolz ist Ella auf ihre selbst gebastelte Digitalkamera. Und präsentiert gern alle Details – den Einschaltknopf, das Zoom-Objektiv, den Blitz und das Display. Daneben hat sie an den Platz für die Speicherkarte gedacht und an den Wechselschalter um von filmen auf fotografieren zu wechseln oder von aufnehmen auf anschauen. Eine Schnur an einem Radiergummi symbolisiert das Aufladekabel mit Akku. Medienbegriffe verwendet Ella selbstverständlich.

 

Medienumgang in der Familie prägt Kinder

Wie Ella steht den meisten Kindern heute ein vielfältiges Medienensemble zur Verfügung. Sie integrieren die Geräte selbstverständlich in ihren Alltag und erweitern ihre Erfahrungen kreativ. Wieweit Kinder und Jugendliche Medien kreativ und gestalterisch nutzen, hängt entscheidend vom Medienumgang in der Familie ab. So wie Eltern ihren Kindern schon früh erklären, worauf sie beim Strassenüberqueren achten sollten, brauchen Kinder Begleitung im Umgang mit Medien. Damit sie lernen, wie sie selbstbestimmt, kritisch, verantwortungsvoll und kompetent handeln. Stehen Sie Ihrem Kind zur Seite, gehen Sie die ersten Schritte gemeinsam und seien Sie ein Vorbild.

 
 
 

Bildschirmzeiten

 
 
  • Kinder zwischen 6 und 9 Jahren sollten nicht mehr als 45 Minuten am Tag fernsehen. Sie unterscheiden zunehmend zwischen Fiktion und Wirklichkeit.
  • Kinder ab 10 Jahren können bis zu 60 Minuten fernsehen. Ab diesem Alter entwickelt sich das Abstraktionsvermögen der Kinder und sie können sich vermehrt vom Gesehenen distanzieren.
  • Beachten Sie die gesamte Zeit für Bildschirmmedien (Fernsehen, Internet, Spiele auf Konsolen, Handy): wochentags sollten jüngere Kinder diese nicht mehr als 60 Minuten nutzen, ältere Kinder nicht mehr als 90 Minuten. Pro Woche reichen für 6-9-Jährige 5 Stunden, für 10-12-Jährige maximal 10 Stunden.
  • Vereinbarungen statt Verbote: Stellen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Regeln für die Nutzung von Bildschirmmedien auf (Zeit, TV-Stundenplan, welche Sendungen) und passen Sie diese regelmässig an. Regeln können etwa die bildschirmfreien Tage nennen. Stellen Sie auch sicher, dass die Regeln eingehalten werden, sonst sind sie nutzlos.
 
 
 
 

Fernsehen

 
 
  • Begleiten Sie Ihr Kind so oft es geht beim Fernsehen, damit Sie dessen Fragen unmittelbar klären können und Ihr Kind dank Gesprächen Fernsehinhalte besser einordnen kann.
  • Lassen Sie sich nicht vom TV-Programm den Tagesablauf diktieren – nutzen Sie Replay-Funktionen oder nehmen Sie Sendungen auf.
  • Wenn Ihr Kind für eine Sendung alles andere fallen lässt, misst es dem TV eine zu hohe Bedeutung bei.
  • Machen Sie sich klar, dass Sie als Eltern oft andere Interessen und Vorlieben haben als Ihr Kind – respektieren Sie die Unterschiede. Sprechen Sie über verschiedene Meinungen sowie stereotype und überholte Rollenbilder.
  • Tauschen Sie sich im Alltag mit Ihrem Kind über Medien aus. Zum Beispiel: Lust und Frust der Woche.
  • Finden Sie das richtige Mittelmass: Verteufeln Sie das Fernsehen nicht, aber achten Sie darauf, was sich Ihr Kind ansieht.
  • Wenn Kinder mit schockierenden Bildern konfrontiert werden, hilft es, mit ihnen darüber zu sprechen, ihnen Geborgenheit zu vermitteln und ihre Fragen altersgerecht und sachlich zu beantworten. Wichtig ist auch, die eigene Betroffenheit und das Mitgefühl mitzuteilen.
 
 
 
 

Internet

 
 
  • Der Einstieg ins Internet ist erst ab 9 Jahren sinnvoll und nur mit elterlicher Begleitung.
  • Erklären Sie Ihrem Kind den Aufbau des Internets. Oder suchen Sie im Internet zusammen die Antwort auf diese Frage.
  • Surfen Sie am Anfang gemeinsam mit Ihrem Kind.
  • Suchen Sie sinnvolle Internetseiten und richten Sie eine Favoritenliste ein.
  • Richten Sie für Ihr Kind ein eigenes Benutzerkonto ein.
  • Und wählen Sie als Startseite eine kindgerechte Suchmaschine.
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Kind nicht unkontrolliert online gehen kann. Bedenken Sie: Auch mit der neuen Generation von MP3-Playern, Spielkonsolen und Fernsehgeräten ist das möglich.
 
 
 
 

Handy

 
 
  • Fachpersonen raten, Kindern erst ab 12 Jahren ein Smartphone zu geben. Wird früher ein Handy benötigt, dann sollten nur die wichtigsten Funktionen verfügbar sein. Entscheidungshilfen hierzu finden Sie auf elternet.ch.
  • Diskutieren Sie mit Ihrem Kind, über welche Kanäle es mit seinen Kollegen online kommunizieren möchte. Was nutzen andere in seiner Klasse bereits – Whatsapp, E-Mail, Skype, SMS, Facetime?
  • Was ist Ihrem Kind in der Kommunikation via diese Kanäle wichtig? Wie möchte es von den anderen behandelt werden?
  • Diskutieren Sie mit Ihrem Kind Chat-Regeln, Chancen und Gefahren.
  • Und die ausführlichen Informationen zu Handy und Smartphone.
 
 
 
 

Apps und Games

 
 

Apps

Das Installieren von Apps bleibt Elternsache. Denn Kinder finden in App-Shops auch Angebote, die nicht für sie bestimmt sind. Das können sie aber noch nicht einschätzen. Aktivieren Sie deshalb für die mobilen Geräte in Ihrem Haushalt einen Zugangsschutz zu Ihrem App-Konto.

Entscheiden Sie jeweils gemeinsam darüber, welche Apps Sie für Ihr Kind installieren. Schauen Sie sich die Beschreibung der App an. Gibt es eine Altersempfehlung? Wie wurde die App beurteilt? Ziehen Sie auch den Kriterienkatalog bei und zeigen Sie Ihrem Kind, worauf Sie achten, bevor Sie eine App herunterladen.

 

Games

Nicht alle Onlinespiele haben eine Alterskennzeichnung oder eine Alterslimite. Zeigen Sie Ihrem Kind, welche Spiele es spielen darf und erklären Sie die Gründe. Spielen Sie gemeinsam mit dem Kind und fragen Sie, was ihm an welchem Spiel besonders fasziniert. Weitere Informationen finden Sie in der Rubrik Spiele.

 
 
 
 

Welche Chancen ergeben sich im Alltag?

 
 

Kinder wollen sich immer selbstständiger in den Medien bewegen. In vielen Alltagssituationen kann dies genutzt werden. Verreisen Sie mit dem Zug? Lassen Sie Ihr Kind die passende Zugverbindung im Online-Fahrplan heraussuchen. Oder muss sich Ihr Kind vom Karate- oder Gitarrenunterricht abmelden? Lassen Sie es die Entschuldigung per E-Mail selber verfassen mit Kopie an Sie, damit der Lehrer sieht, dass Sie informiert sind. Erklären Sie Ihrem Kind bei dieser Gelegenheit, wofür das An-Feld ist, das Kopie-an-Feld, die Blindkopie und der Betreff. Thematisieren Sie bei dieser Gelegenheit auch wie man sich in E-Mails anspricht und verabschiedet. Denn: Sich gemeinsam mit Medien beschäftigen ist der wichtigste Schritt zur Förderung der Medienkompetenz bei Kindern.

 
 
 
 

Medien in der Freizeit aktiv ausprobieren

 
 

TV – Welt entdecken

Kinder beginnen, sich für aktuelle Themen zu interessieren. Schauen Sie sich mit Ihrem Kind Kindernachrichten an, mit altersgerechten Bildern und Texten: news4kids.de, tivi.de, kindernetz.de

 

TV – Andere Länder

Sehen Sie sich mit Ihren Kindern statt einen Spielfilm eine Doku über das Leben in anderen Ländern an. Von einem Land, in das Sie in die Ferien fahren. Oder von einem Land, über das aktuell in den Zeitungen berichtet wird.

 

Fotografie – Bilderraten

Bilden Sie mehrere Gruppen. Jede Gruppe sucht nun Motive, wählt überraschende Bildausschnitte, aus unterschiedlichen Distanzen. Pro Motiv je vier Ausschnitte fotografieren, plus der Auflösung. Zum Abschluss die Motive erraten.

 

Fotografie – Mein Schulweg in rot, blau, grün oder gelb

Kinder zeigen ihr Quartier in einer bestimmten Farbe. Wer also rot wählt, fotografiert zum Beispiel rote Strassenschilder, rote Sitzbänke oder rote Blumen. Die fertigen Bilder anschliessend in Form einer Collage präsentieren.

 

Audio – Klangspaziergang

Mit dem Smartphone auf die Geräuschepirsch. Spaziergang in bekannter Umgebung: Ohren spitzen, fällt ein Geräusch besonders auf? Nervt eines besonders? Geräusche einfangen. Und beim Abspielen die Zuhörer mit auf den Spaziergang mitnehmen.

 

Audio – Mein Wohnort und seine Sprachen

Welcher Gruppe gelingt es, am meisten Sprachen und Dialekte aufzunehmen?

 

Video – Sportschau

Spielen Ihre Kinder etwa Tennis, Fussball oder Eishockey? Lassen Sie Ihre Kinder abwechselnd einmal einen Spielausschnitt mit dem Handy filmen – mit Kommentaren und Spielerinterviews natürlich.

 

Video – Rückwärts-Clip

Lassen Sie Ihr Kind eine kurze Handlung, die sich effektiv rückwärts zeigen lässt, filmen – Rutschbahn, Trinken. Spielen Sie die Daten nun zusammen in ein Videoschnittprogramm ein und versehen Sie den Film mit einem Rückwärtseffekt. So erleben sich Kinder als Gestalter von unwirklichen Welten.

 
 
 
 

Webseiten für Primarschüler

 
 
 
 
 
 

Nützliche Dokumente für Eltern

 
 
  • Experten stellen Empfehlungen für Kinderseiten im Internet zusammen. Top 100 Kinderseiten auf klicktipps.net oder Schulfachnavigator von internet-abc.de.
  • Antworten auf Elternfragen zu Medien im Familienalltag mit Primarschulkindern
  • elternwissen.ch
  • Wieso sind Lernapps sinnvoll und wie findet man gute Lernapps? Nützliche Antworten mit einer Auswahl an guten Beispielen vom Schulpsychologischen Dienst Baselland
 
 
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