Wie Daten in Sozialen Netzwerken schützen?

Welche Risiken bergen Soziale Netzwerke für die Privatsphäre und wie schützt man diese? Lesen Sie dazu die Empfehlungen des Eidgenössischen Datenschutzbeauftragten EDÖB.

 
 
 

Filme mit Unterrichtsmaterial

SRF mySchool bietet ausführliche Unterlagen für den Unterricht zu den Themen: Generation Facebook, Facebook-Sünden, Social Media und Datenschutz.

 
 
 

Web 2.0 als Unterrichtsthema

Unterrichtsideen und weitere Informationen zum Web 2.0 finden Sie auf educa, dem Schweizerischen Bildungsserver. 

 
 
 

Soziale Netzwerke – äusserst beliebt bei Jugendlichen

Facebook, Google+, Netlog, Myspace, Twitter, Badoo, WhatsApp etc. – Jugendliche mögen sie, die Sozialen Netzwerke, und verbringen entsprechend viel Zeit damit: Etwas mehr als die Hälfte der Jugendlichen besuchen Soziale Netzwerke täglich oder mehrmals die Woche (JAMES-Studie 2010).

 

Soziale Netzwerke gehören zur Generation des Web 2.0. Das heisst: Der Nutzer ist nicht nur wie beim herkömmlichen Internet Konsument von Informationen, sondern auch Gestalter von Web-Inhalten – seien es Texte, Videos oder Fotos.

 

84 Prozent der Jugendlichen haben ein Profil

Besonders beliebt sind Soziale Netzwerke, weil sie die Möglichkeit bieten, mit Menschen von überall auf der Welt in Kontakt zu treten, solche mit gleichen Interessen zu finden und ohne Verzögerung, also in Echtzeit, mit ihnen zu kommunizieren. Wer sich mit dem eigenen Profil präsentiert, erhält sofort Rückmeldung, ob die Darstellung bei der «Online-Community» ankommt oder nicht. Dies ist besonders für Jugendliche attraktiv. So hat denn auch die Mehrheit von ihnen ein Profil in einem Sozialen Netzwerk: 84 Prozent sind es gemäss der JAMES-Studie 2010. Facebook ist Favorit – jeder dritte Jugendliche hat dort ein Profil – gefolgt von Netlog.

 
 
 

Was tun Jugendliche in Sozialen Netzwerken?

 
 

Soziale Medien bieten vielfältige Möglichkeiten: Inhalte wie zum Beispiel Videos oder Fotos «hochladen» oder konsumieren, Kontakte suchen, Profile von Freunden anschauen, Informationen finden oder zur Verfügung stellen, Veranstaltungen entdecken oder selber Einladungen «posten». Am häufigsten nutzen Jugendliche die Sozialen Netzwerke zum Chatten oder zum Versenden von Nachrichten – aber auch, um Games zu spielen, Kontakte untereinander zu vernetzen und Freundeslisten zu führen. Solche erlauben es, gewisse Inhalte nur mit einer gezielt ausgewählten Gruppe von Personen zu teilen. Im Gegensatz zum realen Leben kann in Sozialen Netzwerken relativ schnell ein grosser Freundeskreis aufgebaut werden: Rund ein Viertel der Jugendlichen haben über 300 «Freunde»!

 
 
 
 

Warum sind Soziale Netzwerke so attraktiv?

 
 

Soziale Netzwerke machen es Jugendlichen einfach, im virtuellen Raum jene Erfahrungen zu machen und Bedürfnisse zu befriedigen, die für sie auch im realen Leben von grosser Bedeutung sind: Freunde finden, sich einer Gruppe zugehörig fühlen, über die Selbstpräsentation im eigenen Profil testen, wie man ankommt, Rückmeldungen zu den geposteten Meinungen bekommen und so auch seine eigene Identität entwickeln.

 

Im Internet kann man mit Menschen auf der ganzen Welt einfach Kontakte pflegen und virtuell gemeinsame Interessen teilen. Zudem ist die Hemmschwelle zur Kontaktaufnahme im Netz geringer als im richtigen Leben, sodass viele schnelle «Erfolgserlebnisse» möglich sind. Auch attraktiv ist für Jugendliche, dass sie in Sozialen Netzwerken von Erwachsenen meist ungestört und unbeobachtet sind. Erfahren Sie hier mehr zum Thema elterliche Begleitung.

 
 
 
 

Welche Informationen veröffentlichen Jugendliche?

 
 

In Sozialen Netzwerken muss und kann man selber entscheiden, welche und wie viele Informationen im Profil stehen. Wie Schweizer Jugendliche dies handhaben, hat die Schweizer JAMES-Studie (2010) untersucht:

  • Die meisten Jugendlichen veröffentlichen das Geschlecht (89 Prozent), den Namen (85 Prozent), Fotos bzw. Videos von sich selbst (82 Prozent) und geben ihr Alter an (77 Prozent).
  • Etwa die Hälfte von ihnen beschreiben ihre Hobbys (50 Prozent) und laden Fotos oder Videos von Freunden oder der Familie hoch (45 Prozent).
  • 42 Prozent geben die E-Mail, 38 Prozent die Schule, 24 Prozent den Wohnort, 9 Prozent die Instant Messenger Nummer und 4 Prozent die Telefonnummer an.
  • Insgesamt geben ältere Jugendliche mehr Informationen über sich preis.
 
 
 
 

Privatsphäre schützen - über die Hälfte der Jugendlichen tun es

 
 

Über die Hälfte der Jugendlichen haben die Privatsphäre-Option für ihr Profil aktiviert (57 Prozent), wobei dies sehr viel mehr Deutschschweizer Jugendliche tun (71 Prozent) als Romands (38 Prozent) oder Tessiner (44 Prozent). Ältere Jugendliche machen häufiger Gebrauch von Schutzoptionen für ihre Privatsphäre als Jüngere. Das heisst, die Altersgruppe, die in Sozialen Netzwerken am meisten Informationen von sich preis gibt, tut dies dafür vor allem innerhalb eines geschützten Kreises. Weitere signifikante Unterschiede in Bezug auf die Aktivierung der Privatsphäre-Option zeigten sich

  • bei der Herkunft: Schweizer Jugendliche (53 Prozent) vs. Jugendliche mit Migrationshintergrund (45 Prozent),
  • beim sozialen Status: hoher (60 Prozent) vs. mittlerer sozialer Status (49 Prozent) vs. tiefer sozialer Status (47 Prozent) und
  • beim Geschlecht: Mädchen (54 Prozent) vs. Jungen (46 Prozent) (Quelle: JAMES-Studie 2010)
 
 
 
 

Fotos und Soziale Netzwerke

 
 

Bilder, Filme und Kommentare in Echtzeit, das ist unterhaltsam und schnell - birgt aber auch Tücken. Das Internet ist ein öffentlicher Raum. Bei einem öffentlichen Facebook-Profil können andere Nutzer unsere Bilder ansehen, kopieren, herunterladen oder gar bearbeiten. Darüber haben wir keine Kontrolle. Überlegen Sie sich mit Ihren Kindern also gut, welche Fotos Sie hochladen und ob Ihnen diese auch in zwei Jahren nicht peinlich sind.

 

Bei allzu freizügigen Bildern müssen sich gerade Jugendliche zudem bewusst sein: Auch wenn nur ein enger Freundeskreis Zugriff auf die Alben hat - der Freund von heute ist morgen vielleicht kein Freund mehr. Als "süsse Rache" nach einem Streit ist es ein Kinderspiel, Bilder zu kopieren, zu verändern und weiterzuschicken. Und bei öffentlichen Profilen gilt erst recht: so wenig Privates wie möglich veröffentlichen!

 

Beim Veröffentlichen gilt es auch die Persönlichkeitsrechte zu berücksichtigen. Wenn sie Fotos von Freundinnen, Freunden und anderen Personen veröffentlicht werden: Immer erst die Zustimmung einholen! Und: Wer allzu freizügig berichtet, wann er weg ist, wo und für wie lange, bereitet auch Dieben ein Freude. Eigentlich ist es ganz einfach: Was offline gilt, gilt auch online. Anstand, Moral und Ethik gelten auch im Netz und sollten immer beachtet werden.

 

Weitere Tipps: Interview mit Expertinnen

 
 
 
 

Chancen

 
 

Soziale Netzwerke bieten vielfältige Möglichkeiten, die positiv zu werten sind. Dazu gehören:

  • soziale Beziehungen aufbauen und pflegen.
  • sich zugehörig fühlen.
  • sich selbst darstellen und dabei testen, was bei anderen ankommt und was nicht. Diese Rückmeldungen von Gleichaltrigen sind für die Identitätsbildung wichtig.
  • eigene Interessen mit anderen teilen und Informationen einholen.
 
 
 
 

Gefahren

 
 

Soziale Medien bergen auch Gefahren, wie zum Beispiel:

  • Fehlendes Bewusstsein über die Zugänglichkeit von Kommentaren, Fotos etc. für andere und damit verbunden die Gefahr von Datenmissbrauch. Einmal im Netz zirkulierende Bilder können kaum mehr gelöscht werden.
  • Online-Sucht
  • Ablenkung von den Hausaufgaben, wenn Jugendliche diese am Computer machen und gleichzeitig im Sozialen Netzwerk eingeloggt sind.
  • Unerwünschte Kontakte und sexuelle Übergriffe: Pädosexuelle können über Soziale Netzwerke Kontakt mit potenziellen Opfern aufnehmen.
  • Von anderen «Usern» bloss gestellt, beleidigt oder belästigt werden (Cybermobbing).
 
 
 
 

Tipps zum Schutz in Sozialen Netzwerken

  • Privatsphäre schützen: Über die Privatsphäre-Einstellungen definieren, wer welche Informationen des Profils einsehen kann.
  • Die Frage «Was zeige ich von mir?» besprechen, bevor Fotos und Infos im Internet publiziert sind. Darüber reden, welche privaten Informationen in welchem Kreis ausgetauscht werden können und welche Konsequenzen ein zu offener Umgang mit privaten Informationen haben kann. Wenn Fotos einmal im Netz sind, sind sie für immer im Netz!
  • Dritte können mit Informationen bewusst jemanden blossstellen und demütigen (Cybermobbing). Grundsätzlich sollten keine peinlichen Bilder von sich oder anderen online gezeigt werde.
  • Die Jugendlichen anhalten, vor dem Veröffentlichen von Informationen zu überlegen, wer diese heute und möglicherweise in Zukunft einsehen wird.
  • Respekt vor der Privatsphäre: keine Fotos oder Videos anderer ohne deren Zustimmung hochladen.
  • Nur Freunde hinzufügen, die man selbst kennt.
  • Sichere Passwörter benutzen.
  • Altersbeschränkungen der Sozialen Netzwerke einhalten.
  • Nutzungsbedingungen des Sozialen Netzwerks vor dem Beitritt lesen.
 
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