Hilfe holen bei sexueller Gewalt

Opfer sexueller Gewalt sowie Angehörige erhalten Hilfe bei den kantonalen Opferberatungsstellen.

 
 
 
 
 

Gespräche mit Hilfe von Videos

Videos, die zum Nachdenken anregen oder als Diskussionsbasis dienen: auf dem Youtube-Kanal von Jugend und Medien.

 
 
 
 
 

Sexuelle Übergriffe im Internet

Viele Jugendliche und auch Erwachsene nutzen das Internet, um Freunde mit gleichen Interessen oder Liebespartner zu finden. Leider nutzen manche Personen – Voll- oder Minderjährige – das Internet aber gezielt dazu, um mit Kindern oder Jugendlichen Kontakt aufzunehmen und sexuelle Gewalt gegen sie auszuüben.

 

Halten Sie ein Auge darauf, was Ihr Kind in Chats und im Internet unternimmt, und erklären Sie ihm, dass es jederzeit mit Ihnen sprechen kann, wenn es sexuell belästigt wird.

 
 
 

Was weiss man über sexuelle Übergriffe auf Kinder und Jugendliche im Internet?

 
 

Laut der schweizerischen Optimus-Studie (2012) erleben Kinder und Jugendliche sexuelle Übergriffe ohne körperlichen Kontakt häufig in den elektronischen Medien. Zu solchen Formen von Übergriffen gehören z.B. Exhibitionismus, Belästigung (verbal oder in Texten), die Konfrontation mit pornografischem Material oder schockierende Äusserungen und Handlungen. Mädchen sind davon häufiger betroffen als Jungen: Unter den 15- bis 17-Jährigen war fast jedes dritte Mädchen Opfer von anzüglichen Bemerkungen, hat pornografische Fotos oder Videos erhalten oder wurde aufgefordert, vor einer Webcam sexuelle Handlungen vorzunehmen.

Die Studie zeigte zudem, dass bei sexuellem Missbrauch die Täter häufig Jungen oder Mädchen im Teenageralter sind: Liebespartner oder Dates (in 42% der Fälle) oder Schulkameraden (in 39% der Fälle).

 

Die Studie EU-Kids Online (2013) ergab, dass zwei Drittel der Jugendlichen, die mit für sie unangenehmen Inhalten konfrontiert wurden, sich nahestehenden Personen anvertrauen - vor allem Freunden und Eltern. Einer von vier Jugendlichen reagiert aktiv, indem er den Chatpartner löscht oder blockiert. Laut der Studie haben die ebenfalls befragten Eltern ein eher ungenaues Bild davon, wie ihre Kinder mit sexuellen Inhalten umgehen.

 
 
 
 

Was bedeutet «Grooming»?

 
 

Man spricht von «Cybergrooming» wenn eine erwachsene Person im Internet Kontakt mit einem Kind aufnimmt mit dem Ziel, sexuelle Handlungen vorzunehmen. Besondere Vorsicht ist geboten, da Pädosexuelle im Chat, in Foren oder in sozialen Netzwerken einfach und anonym Kontakt zu Kindern und Jugendlichen herstellen können. Dabei geben sie sich häufig als Jugendliche aus. Sie versuchen über Gespräche und Zustellung von Bildern herauszufinden, ob das Gegenüber an Sex interessiert ist, und ob es eine Möglichkeit gibt, es im realen Leben zu treffen.

 

Findet sich die erwachsene Person am vereinbarten Treffpunkt ein, macht sie sich strafbar wegen Versuchs von sexueller Handlung mit Kindern (Art. 187 in Verbindung mit Art. 22 StGB). Kommt es zu sexuellen Handlungen mit einem Kind unter 16 Jahren, macht sie sich ebenfalls strafbar, vorausgesetzt der Altersunterschied zwischen den Beteiligten beträgt mehr als drei Jahre (Art. 187 StGB).

 
 
 
 

Welche Regeln gelten für eine sichere Nutzung von Chats?

 
 

Grundsätzlich ist das Chatten innerhalb von sozialen Netzwerken wie Facebook sicherer als in anonymen Chats. Leider finden in anonymen Chats häufig sexuelle Belästigungen statt. Dabei ist rund die Hälfte der Belästiger unter 18 Jahre alt. Kinder müssen angehalten werden,

misstrauisch zu bleiben, keine persönlichen Kontaktdaten oder Fotos herauszugeben und eine Chatbekanntschaft niemals alleine zu treffen. Wenn überhaupt ein Treffen stattfinden soll, dann nur in Begleitung eines Erwachsenen und an einem öffentlichen Ort.

 

In der Rubrik Chat auf dieser Website finden Sie nähere Informationen und Adressen von moderierten Chatrooms speziell für Kinder.

 
 
 
 

Warum ist Sexualerziehung wichtig?

 
 

Es ist wichtig, in der Familie und in der Schule früh, aber altersgerecht mit der Sexualerziehung zu beginnen. Wenn man Kindern und Jugendlichen hilft, ihre (sexuelle) Identität, ihren Körper und ihre Sexualität zu akzeptieren, erfahren sie ihre eigenen Grenzen und jene der anderen. Offene Gespräche über Sexualität fördern die harmonische sexuelle Entwicklung und den respektvollen Umgang mit sich selbst und anderen.

 

Auf 147.ch, feel-ok.ch oder tschau.ch finden Jugendliche qualitiativ wertvolle Informationen und Antworten auf ihre Fragen und Anliegen. Auf diesen Plattformen werden Foren moderiert, in denen Jugendliche anonym Fragen stellen können und von Fachleuten individuelle Antworten erhalten.

 
 
 
 

Wo finde ich Hilfe?

 
 

Für Eltern und Lehrpersonen

  • Elternnotruf: 0848 354 555 oder elternnotruf.ch
  • Liste der Beratungsstellen für sexuelle Gesundheit (Sexuelle Gesundheit Schweiz)
  • In unserer Datenbank finden Sie Beratungsangebote in Ihrer Region.

 

Für Kinder und Jugendliche

  • Beratung und Hilfe von Pro Juventute: Telefon und SMS 147, Informationen und Fragen-Antworten auf 147.ch
  • Websites für Jugendliche (Information, Fragen-Antworten, Foren): feel-ok.ch, tschau.ch, cybersmart.ch, frageinfach.chlilli.ch und drgay.ch
  • Liste der Beratungsstellen für sexuelle Gesundheit (Sexuelle Gesundheit Schweiz)
  • Adressen der kantonalen Opferhilfe-Verbindungsstellen (OHG) für Kinder und Jugendliche.
 
 
 
 

Nützliche Dokumente für Eltern und Lehrpersonen

 
 

Sexualerziehung

  • Kostenlose Broschüren von Sexuelle Gesundheit Schweiz: für Jugendliche und für Fachpersonen
  • «Sexualerziehung bei Kleinkindern und Prävention von sexueller Gewalt – Eine Broschüre für Eltern und Erziehende von 0- bis 6-jährigen Kindern», herausgegeben von der Stiftung Jugendschutz Schweiz: Informationen und Bestellungen

 

Prävention

 
 
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