Wie mit Kindern und Jugendlichen über Online-Aktivitäten sprechen

Ein Leitfaden von Sucht Schweiz gibt Eltern Tipps, wie sie mit Kindern und Jugendlichen über das «Online Sein» sprechen können.


Filme von SRF mySchool

zum Thema Gamesucht und zum Experiment «Log off», bei dem Jugendliche 24 Stunden ohne Handy verbringen.

 
 
 

Testen Sie Ihr Internetverhalten

Möchten Sie prüfen, ob Sie zu viel Zeit im Internet verbringen? Hier geht’s zum Online-Selbsttest der Stellen für Suchtprävention im Kanton Zürich.

 
 
 

Internet und Computerspiele können süchtig machen

Jugendliche verbringen viel Zeit im Internet – im Schnitt täglich rund zwei Stunden (JAMES-Studie 2014). Gerade Soziale Netzwerke haben eine hohe Anziehungskraft auf die Heranwachsenden. Auch Computergames üben eine Faszination aus und werden entsprechend häufig gespielt. Verschiedene Bedürfnisse wie Abenteuerlust, Anerkennung und Erfolg können darüber befriedigt werden.

 

Übermässiger Konsum von Internet und Computerspielen kann zu Sucht führen. Jugendliche gehören zur Risikogruppe für Onlinesucht. Sozial ängstliche, depressive Jugendliche oder solche mit einem geringen Selbstwertgefühl sind stärker gefährdet, eine Internetsucht zu entwickeln. Emotionale Probleme scheinen mit dem Spielen und im Internet leichter überwunden werden zu können. Insgesamt sind mehr männliche Internetnutzer von Sucht betroffen, tendenziell nimmt die Online-Sucht aber bei den weiblichen Nutzerinnen zu.

 

Ein hohes Suchtpotential weisen Online-Rollenspiele und Kommunikationsplattformen wie Soziale Netzwerke und Chats auf. Die Besonderheit dieser Medien und Plattformen ist, dass soziale Gemeinschaften gebildet werden und damit Freundschaft und Selbstsicherheit erlebt werden können – was im realen Leben nicht immer so leicht gelingt. Auch im Spiel wird das Bedürfnis nach Erfolg und Anerkennung sofort befriedigt, beispielsweise über das Erreichen einer höheren Punktzahl.

 
 
 

Woran erkennt man Internetsucht?

 
 

Bei einer Onlinesucht verschiebt sich der Lebensmittelpunkt vom realen hin zum virtuellen Leben. So gibt es Jugendliche, die sich bei Sonnenschein in einem verdunkelten Zimmer zurückziehen und gemeinsame Mahlzeiten verweigern oder in den Ferien lieber im Internet surfen und mit den Freunden chatten als mit der Familie Aktivitäten zu unternehmen. Die längerfristigen Folgen davon können sein:

 

 

  • Abfallende Leistungen in der Schule
  • Sozialer Rückzug
  • Übermüdung als Folge von Schlafmangel
  • Vernachlässigen von Kontakten zu Gleichaltrigen
  • Fehlendes Interesse an anderen Freizeitaktivitäten
 
 
 
 

Tipps für Eltern

 
 
  • Altersbeschränkung der Computerspiele beachten.
  • Lassen Sie sich die Spiele von Ihrem Kind zeigen und sprechen Sie mit ihm über seine Online-Aktivitäten und seine bevorzugten Webseiten.
  • Überlegen Sie, wie sich Abenteuerlust und das Bedürfnis nach Zugehörigkeit, Anerkennung und Erfolg auch in der realen Welt befriedigen lassen.
  • Bei übermässigem Internet- oder Spielkonsum: Zeit am Computer pro Tag bzw. Woche beschränken und alternative Ideen zur Freizeitbeschäftigung gemeinsam mit dem Kind entwickeln.

Für Informationen, Ratschläge oder Adressen in Ihrer Region, wenden Sie sich an Sucht Schweiz.

 
 
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