Checkliste Internet: Eigene Daten und guten Ruf schützen

Wie können Sie Ihre Daten und Ihren Ruf im Internet schützen? Wir haben mit Stéphane Koch, Spezialist für Online-Reputation und Datenschutz, einige einfache Tipps für Ihren Datenschutz (PDF, 164 KB) zusammengetragen.

 
 
 

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Datenmissbrauch im Internet

Viele Menschen, so auch Kinder und Jugendliche, geben im Internet persönliche Daten oder Bilder von sich preis: in sozialen Netzwerken und Foren, beim E-Mailen, bei Wettbewerben, im Chat oder bei Umfragen. Viele Daten werden auch ohne ihr Wissen gesammelt und gespeichert – von Suchmaschinen und Apps etwa. So werden diese Daten nutzbar. Online gestellte Bilder, Videos und Meinungsäusserungen können Dritte im Internet weiterverbreiten und Unternehmen können persönliche Daten für Werbezwecke und kommerziell nutzen.

 

Recht und Gesetz sollen uns vor dem Missbrauch persönlicher Daten schützen. Aber sie bieten keinen ausreichenden Schutz. So können etwa kompromittierende Fotos, die ins Netz gestellt wurden, grossflächig weiterverbreitet werden, bevor die Justiz reagieren kann. Es ist dann praktisch unmöglich, die Bilder auf allen Plattformen löschen zu lassen und sicherzustellen, dass niemand sie heruntergeladen hat. Es braucht daher einen verantwortungsvollen Umgang mit den eigenen Daten im Internet.

 

Sie finden nachfolgend einen Überblick über die wichtigsten Datenschutzrisiken, Tipps zu Ihrem Schutz in sozialen Netzwerken und Informationen zu diversen weiteren Themen. Zudem habe wir nützliche Links zusammengestellt – für Kinder und Jugendliche, für Eltern und Lehrpersonen.

 
 
 

Risiken bezüglich Datenschutz

 
 
  • Die Präsenz in sozialen Netzwerken umfasst Formen der Selbstdarstellung, die sich als problematisch für Jugendliche erweisen können – wie etwa Drogenkonsum, politische Einstellung, sexuelle Ausrichtung.
  • Viele Apps speichern persönliche Daten unbemerkt. Manche verwenden die Lokalisierungsfunktion von Smartphones oder Tablets auf zehn Meter genau! – etwa für Routenplanung oder Restauranttipps. Sie speichern Aufenthaltsorte und Bewegungsprofile.
  • Persönliche Informationen werden ebenfalls gespeichert und zur Personalisierung von Suchmaschinenergebnissen, sozialen Netzwerken und anderen Online-Diensten genutzt: Ort, Abfrageverlauf, Cookies und sogar Inhalte von E-Mails.
  • Die Daten werden manchmal über viele Jahre gespeichert und sind mit Suchmaschinen durchsuchbar. Das Risiko, dass im Jugendalter fahrlässig online gestellte Daten kaum mehr zu entfernen sind, ist hoch.
  • Die Daten werden zunehmend in der Cloud gespeichert. Die Anbieter von IT-Diensten können sie sammeln und daraus Persönlichkeitsprofile erstellen oder Einzelpersonen identifizieren.
  • Die User nutzen Soft- und Hardware von einigen wenigen IT-Unternehmen mit Hauptsitz in den USA. Diese Unternehmen haben eine eigene Auffassung von Privatsphäre und Datenschutz und sind nicht Schweizer Recht unterstellt.
  • Fotoapparat und Videokamera sind mit dem Smartphone immer griffbereit. Bilder und Filme, die in verschiedenen Kontexten entstanden sind, können missbräuchlich verwendet werden – siehe Sexting und Cybermobbing.
  • Die einfache Bedienbarkeit fördert kreative Mediennutzung, Download und Herstellung von Inhalten. Kinder und Jugendliche neigen dazu, persönliche Daten freizugeben, oder verletzen bei der Herstellung und Publikation von Inhalten allenfalls Urheberrechte.
  • Illegale Downloads können ebenfalls gegen Urheberrechte verstossen.
  • Das seit mehreren Jahren flächendeckend genutzte Wifi ermöglicht drahtloses Surfen im Internet, aber nicht ohne Risiken.
  • Smartphones, Tablets und Laptops enthalten viele persönliche Daten und können leicht verloren gehen oder gestohlen werden.

 

Quelle: Bericht «Entwicklungs- und Nutzungstrends im Bereich der digitalen Medien und damit verbundene Herausforderungen für den Jugendmedienschutz» (PDF).

 

 

 
 
 
 

Soziale Netzwerke

 
 

81 Prozent der Jugendlichen schützt ihre Privatsphäre in sozialen Netzwerken (James-Studie 2014). Es ist dennoch ratsam, nur Dinge zu posten, bei denen es einen nicht stören würde, wenn sie öffentlich zugänglich wären. Die Privatsphäre-Einstellungen ändern sich nämlich gern im Laufe der Zeit, und niemand ist davor sicher, dass ein Inhalt, der ursprünglich für einen engen Freundeskreis gedacht war, irgendwann öffentlich zugänglich wird. Unter diesem Blickwinkel kann die Selbstdarstellung Jugendlicher im Netz problematisch werden, wenn sie heikle und per Definition private Themen aufgreift: Drogenkonsum, politische Einstellung, sexuelle Ausrichtung usw. Lesen Sie unsere Tipps zum Schutz in sozialen Netzwerken und unser Informationsblatt (PDF, 165 KB) zum Thema Ferienfotos in sozialen Netzwerken. Es gibt auch zahlreiche Links im Internet zur richtigen Konfiguration der Privatsphäre- und Sicherheitseinstellungen:

 

 
 
 
 

Unwissentliches Speichern von Daten

 
 

Zahlreiche Apps speichern ständig den Standort des Geräts. Deshalb ist es ratsam, als Standard den Ortungsdienst zu deaktivieren und ihn nur bei Bedarf zu aktivieren, etwa zur Bestimmung des eigenen Standorts auf einer Karte oder zum Abrufen der Vorschläge zu verfügbaren Aktivitäten in der Nähe:

 

  • Auf iOS (iPhone und iPad):  Einstellungen > Datenschutz > Ortungsdienste
  • Auf Android (Samsung, Sony, Asus usw.): Einstellungen > Standort oder Standortzugriff

 

Webbrowser für Computer speichern ebenfalls persönliche Informationen wie Ort oder Verlauf der besuchten Internetseiten oder der Suchmaschinenabfragen. Zum Schutz des Privatlebens wird die Verwendung eines freien Browsers und einer Suchmaschine empfohlen, die keine persönlichen Informationen ihrer Nutzerinnen und Nutzer speichern. Ist das nicht möglich, sollten Sie regelmässig den Verlauf und die Cookies aus Ihrem Browser löschen und die Option deaktivieren, welche Webseiten die Ortung Ihres Standorts ermöglicht. Über eine Suchmaschine können Sie rasch herausfinden, wie Sie die entsprechenden Einstellungen in Ihrem Browser vornehmen. Als Beispiel für Internet Explorer:

 

 

Schliesslich verlangen viele Apps den Zugriff auf Ihr Facebook-, Twitter-, Gmail- oder anderes Konto, um Ihnen Dienste anzubieten. Gewöhnen Sie sich an, regelmässig zu prüfen, welche Apps Zugriff auf Ihre verschiedenen Konten haben:

 

 

Weitere Informationen und Tipps zum Umgang mit Suchmaschinen.

 
 
 
 

Gesunder Menschenverstand

 
 

Ganz allgemein sollte man möglichst vermeiden, persönliche Informationen preiszugeben. Bei der Anmeldung auf einer Internetplattform, bei einem sozialen Netzwerk usw. füllen erfahrene Nutzerinnen und Nutzer nur die obligatorischen Kästchen aus, die mit einem Stern (*) gekennzeichnet sind.

 

Denken Sie auch immer daran: Eine Dienstleistung wird Ihnen angeboten weil auch der Anbieter etwas davon hat, etwa wenn er Ihre persönlichen Daten weiterverwendet. Denken Sie daran, wenn Sie einen Dienst abonnieren. Es steht jeder Person frei festzulegen, wie weit sie persönliche Daten zur Weiterverwendung freigibt.

 
 
 
 

Datenspeicherung in der Cloud

 
 

Immer mehr Daten werden in der Cloud gespeichert, also auf Fernservern und nicht mehr physisch auf den Geräten. Dadurch können Nutzerinnen und Nutzer ständig von jedem beliebigen mit dem Internet verbundenen Gerät auf ihre Musik, Fotos, Dokumente oder E-Mails zugreifen. Die Verwendung solcher Dienste bedeutet für die Nutzer jedoch oft, dass sie auf das Dateneigentum verzichten müssen: Der Anbieter kann die Daten zu Werbezwecken nutzen, ist bei Verlust nicht haftbar und nicht verpflichtet, den Datenzugriff für die Nutzer zu garantieren.

 

Die Geheimhaltung dieser Daten kann ebenfalls problematisch sein. Denken Sie daran, dass die meisten Dienstanbieter amerikanisch sind und nicht dem Schweizer Recht unterstehen. Lesen Sie immer die Nutzungsbedingungen der von Ihnen verwendeten Speicherdienste und achten Sie darauf, dass dort keine heiklen Inhalte gespeichert werden.

 

Mehr zum Cloud Computing

 
 
 
 

Zugriff auf private Inhalte und Identitätsdiebstahl

 
 

Um sich vor dem Zugriff Dritter auf private Inhalte und vor Identitätsdiebstahl zu schützen, sollte man alle seine Geräte (Handy, Computer, Tablet ) und Online-Konten (soziale Netzwerke, Mailbox, Blog) mit sicheren Passwörtern versehen. Die Passwortsperre schreckt die meisten Diebe ab, die hauptsächlich die entwendete Hardware weiterverkaufen wollen und versuchen, auf die darauf gespeicherten Daten und die Online-Konten des Besitzers zuzugreifen.

 
 
 
 

Persönlichkeitsschutz und Recht am Bild Dritter

 
 

Es ist nicht nur wichtig, seine eigene Privatsphäre online zu schützen, sondern auch, jene der anderen zu respektieren; vor allem auch, um sich nicht illegal zu verhalten.

 

Nach Schweizer Recht ist das Recht am Bild ein Persönlichkeitsrecht, also ein absolutes Recht, welches Artikel 28 des Zivilgesetzbuches (ZGB) schützt. Jeder Person steht es nicht nur frei, die Nutzung ihres Bildes zu gestatten, sondern auch, diese zu untersagen und gegen jene vorzugehen, die dieses Recht verletzen.

 

Es ist somit verboten, Fotos Dritter ohne deren Einverständnis ins Netz zu stellen. Andernfalls können diese ein Gerichtsverfahren anstrengen, um ihr Recht durchzusetzen. Insbesondere sollte man vermeiden, Fotos von Personen in unvorteilhaften Posen oder Bilder von Unbekannten zu verbreiten.

 

 

Besonders schwerwiegend für Jugendliche ist der Umstand, dass die Verbreitung von Inhalten mit Nacktbildern anderer Minderjähriger strafbar ist. Seien Sie diesbezüglich besonders vorsichtig!

 
 
 
 

Urheberrecht

 
 

Kinder und Jugendliche können in verschiedenen Situationen dazu verleitet werden, gegen das Urheberrecht zu verstossen, namentlich:

 

  • Wenn sie im Internet urheberrechtlich geschützte Inhalte wie Fotos, Videos, Musik oder sogar Text verwenden und veröffentlichen: Enthält ein Post in einem sozialen Netzwerk ein urheberrechtlich geschütztes Werk, ist dieser Schutz weiterhin wirksam, unabhängig von der gewählten Veröffentlichungsart.
  • Wenn sie heruntergeladene Filme und Musikdateien wieder hochladen und anderen Nutzerinnen und Nutzern zur Verfügung stellen. Lesen Sie hierzu auch unsere Empfehlungen zum Download von Daten.
 
 
 
 

Links für Kinder und Jugendliche

 
 
 
 
 
 

Links für Eltern

 
 
 
 
 
 

Links für Lehrpersonen

 
 
 
 
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