Verbotene Pornografie melden

Melden Sie illegale Medieninhalte der Meldestelle der nationalen Koordinationsstelle gegen Internetkriminalität KOBIK.

 
 
 

Über Pornografie sprechen

Videos, die zum Nachdenken anregen oder als Diskussionsbasis dienen: auf dem Youtube-Kanal von Jugend und Medien.

 
 
 

Pornografie im Internet und auf Handys

Heranwachsende entwickeln mit zunehmendem Alter eine natürliche Neugier für alles, was mit Sexualität und dem eigenen wie auch fremden Körper zu tun hat. Bei der Suche nach aufklärenden Informationen können sie im Internet auf pornografische Inhalte stossen – auch ungewollt und vor ihrem «ersten Mal». Auch können sie durch das Filmen oder Fotografieren eigener sexueller Handlungen und Verbreiten derselben ( > Sexting) selbst mit dem Gesetz in Konflikt kommen.

 

Eine altersgerechte Diskussion mit Kindern und Jugendlichen ist wichtig, um ihre Anliegen zu verstehen und ihre Fragen zu beantworten. Dies fördert die harmonische sexuelle Entwicklung und hilft Jugendlichen, Pornografie kritisch zu hinterfragen und von Sex und Liebe zu unterscheiden.

 
 
 

Was weiss man über den Pornografiekonsum von Jugendlichen?

 
 

Die Studie EU-Kids Online (2013) zeigte, dass 21 Prozent der schweizerischen Jugendlichen zwischen 9 bis 16 Jahren bereits sexuelle Inhalte im Internet gesehen haben. Einige rufen solche Inhalte gezielt auf, etwa um ihre Neugier zu stillen. Manchmal werden pornografische Bilder oder Videos auch unabsichtlich gesehen, zum Beispiel wegen «Pop-up»-Werbefenstern.

 

Pornografie wird auch via Handy verbreitet. 42 Prozent der Knaben und 32 Prozent der Mädchen haben bereits einmal erotische oder aufreizende Fotos oder Videos erhalten. 14 Prozent der Jungen und 1 Prozent der Mädchen haben schon solche Inhalte verschickt (JAMES-Studie 2014). Wenn Jugendliche selbst erotische oder pornografische Inhalte produzieren und an ihre Freunde verschicken, spricht man von Sexting.

 

Männliche Jugendliche haben gemäss einer Studie der Zürcher Fachstelle für Sexualerziehung (Lust-und-Frust 2012), doppelt so häufig Pornobilder und -filme gesehen (91%) wie weibliche Jugendliche (44%). Die Jungen gaben an, dass sie dabei Lust auf Sex verspüren und sich teilweise auch selber befriedigen würden, dass ihre Neugierde geweckt werde oder es ganz einfach Spass mache. Die Mädchen sind eher durch Zufall oder durch andere Personen dazu gekommen, sich einen Pornofilm anzuschauen. Bei harter Pornografie haben sich die Jugendlichen beiden Geschlechts beim Betrachten geekelt.

 
 
 
 

Welche Auswirkungen hat Internetpornografie auf Jugendliche?

 
 

Ein häufiger, regelmässiger Konsum von Internetpornografie kann bei Jugendlichen falsche Vorstellungen von realer Sexualität erzeugen. Bei den Jungen ist dies vor allem ein sexueller Leistungsdruck, bei den Mädchen der Druck, einen perfekten Körper zu haben und stets sexuell verfügbar zu sein.

 

Allerdings denken gemäss einer Studie zwei Drittel der befragten Jugendlichen, dass Pornofilme keineswegs repräsentativ für die Wirklichkeit sind (Lust-und-Frust 2012). Die Befragung der 6.–9.-Klässler ergab weiter, dass Pornografie vor allem bei Mädchen häufig negative Gefühle wie Angst und Verunsicherung auslöst, Jungen finden diese hingegen häufig lustvoll.

 
 
 
 

Warum ist Sexualerziehung wichtig?

 
 

Offene Gespräche über Pornografie, Sexualität und Geschlechtsrollenbilder helfen, Bilder und Erfahrungen bei der Mediennutzung kritisch zu hinterfragen und einzuordnen. Denn Medien wirken dort am stärksten, wo keine eigenen Erfahrungen, keine Auseinandersetzung mit anderen und keine klare, eigene Haltung vorliegen.

 

Die Sexualerziehung zu Hause und in der Schule muss altersgerecht erfolgen. Wenn man Kindern und Jugendlichen hilft, ihre (sexuelle) Identität, ihren Körper und ihre Sexualität zu akzeptieren, erfahren sie ihre eigenen Grenzen und jene der anderen. Offene Gespräche über Sexualität fördern die harmonische sexuelle Entwicklung und den respektvollen Umgang mit sich selbst und anderen. Sexualerziehung trägt auch zur Prävention von sexuellen Übergriffen bei.

 

Auf 147.ch, tschau.ch oder feel-ok.ch finden Jugendliche qualitativ wertvolle Informationen und Antworten auf ihre Fragen und Anliegen. Auf diesen Plattformen werden Foren moderiert, in denen Jugendliche anonym Fragen stellen können und von Fachleuten individuelle Antworten erhalten.

 
 
 
 

Wie kann ich mein Kind vor pornografischen Inhalten schützen?

 
 
  • Laut der Studie EU-Kids Online (2013) wissen 39% der Eltern nicht, dass ihre Kinder im Internet mit pornografischen Inhalten in Kontakt kommen. Interessieren Sie sich dafür, was Ihr Kind im Internet unternimmt, und diskutieren Sie mit ihm über seine Erfahrungen.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind über nicht jugendfreie Inhalte wie Pornografie. Auch wenn Sie diese gesperrt oder unterdrückt haben (mehr dazu unter technischer Schutz), kann Ihr Kind bei Freunden Zugang zu solchen Inhalten bekommen.
  • Ermuntern Sie Ihr Kind, beunruhigende Inhalte mit Ihnen, einer Lehrperson oder einem anderen vertrauenswürdigen Erwachsenen zu besprechen.
  • Ermuntern Sie Ihr Kind, mit Ihnen zusammen im gleichen Zimmer auf dem PC oder Handy zu surfen. So behalten Sie die aufgerufenen Inhalte im Auge.
  • Jugendschutzprogramme filtern Internetseiten mit pornografischen Inhalten heraus, können jedoch keinen perfekten Schutz bieten. Pop-ups lassen sich mit Pop-up-Blockern verhindern.
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Kind nur für sein Alter freigegebene Videos und Games konsumiert. Machen Sie sich dazu mit den Alterskennzeichnungen von DVD und Spielen vertraut.
  • Wenn Sie Pornosammlungen oder Gewaltdarstellungen auf dem Computer oder Handy Ihres Kindes finden, sollten Sie das Gespräch suchen. Wenn Sie unsicher sind, wie Sie damit umgehen sollen, wenden Sie sich an eine Fachstelle.
 
 
 
 

Welche Gesetze regeln die Pornografie?

 
 

Wer einem Kind unter 16 Jahren Pornografie zugänglich macht, macht sich strafbar. Deshalb sind die Schweizer Anbieter von pornografischen Seiten verpflichtet (gemäss Bundesgerichtsurteil), sogenannte «Adult Checker» einzusetzen. Dabei handelt es sich um technische Lösungen, die  die Volljährigkeit von Personen überprüfen. Allerdings gibt es bei den meisten ausländischen Seiten – wenn überhaupt – nur Warnhinweise.

 

Jugendliche unter 16 Jahren können wegen Erstellung und/oder Verbreitung von (Kinder-)Pornografie ebenfalls rechtlich belangt werden. Wenn Minderjährige Nacktfotos oder Filme von Selbstbefriedigung oder sexuelle Handlungen anderer Minderjähriger aufnehmen, dann produzieren sie verbotene Kinderpornografie (> Sexting). Jedoch bleiben Minderjährige von mehr als 16 Jahren straflos, wenn sie voneinander einvernehmlich pornografische Gegenstände oder Vorführungen herstellen, diese besitzen oder konsumieren (Art. 197, Ziffer 8 StGB).

 

Harte Pornografie ist in der Schweiz illegal. Dazu zählt Sex mit Kindern oder Tieren und  Vergewaltigungen. Wenn Sie im Internet auf Kinderpornografie stossen, können Sie bei der Koordinationsstelle zur Bekämfpung der Internetkriminalität KOBIK via Online-Meldeformular entsprechende Seiten melden. Keinesfalls sollte man die Inhalte herunterladen oder Screenshots erstellen. Damit macht man sich strafbar.

 
 
 
 

Wo finde ich Hilfe?

 
 

Für Eltern und Lehrpersonen

 

Für Kinder und Jugendliche

 
 
 
 

Nützliche Dokumente für Eltern und Lehrpersonen

 
 

Sexualerziehung

  • Kostenlose Broschüren von Sexuelle Gesundheit Schweiz: für Jugendliche und für Fachpersonen
  • «Sexualerziehung bei Kleinkindern und Prävention von sexueller Gewalt – Eine Broschüre für Eltern und Erziehende von 0- bis 6-jährigen Kindern», herausgegeben von der Stiftung Jugendschutz Schweiz: Informationen und Bestellungen

 

Prävention

 
 
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